ARCHIV


Gefährdete Objekte

Schlosshotels

Personenverzeichnis






Friesach - Fürstenhof


Der sogenannte Fürstenhof ist ein monumentales Gebäude an der Wiener Straße. Dieser Stadthof wurde im 13. Jahrhundert für den Fürsterzbischof von Salzburg bzw. dessen Kärntner Vertreter als Verwaltungszentrum der Güter des Fürstbistums Salzburg in Kärnten errichtet. Hauptresidenz in Friesach war aber nach wie vor der Petersberg. Noch in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts fügte man im Nordosten einen Zubau an. Bischof Gerald von Gurk ließ im zweiten Viertel des 14. Jahrhunderts eine gotische Kapelle errichten. In der Renaissancezeit wurde die Burg am Petersberg als Amtssitz aus Bequemlichkeitsgründen aufgegeben. Um ein repräsentatives Wohnen in der Stadt zu ermöglichen, baute man dem Turm im Südosten eine Loggia mit einem Stiegenaufgang an. Weiter südlich wurde ein freistehendes Wohngebäude im Renaissancestil errichtet. Erst im 17. Jahrhundert wurde dieses durch einen Zwischentrakt mit einer vierjochigen Eingangshalle bzw. Durchfahrt mit den bereits bestehenden Bauteilen verbunden. Der Fürstenhof blieb bis zur Säkularisierung Salzburgs 1804 im Eigentum des Erzstiftes Salzburg. Danach wurde er vom österreichischen Staat übernommen und dann privatisiert. In den Jahren 1999/2000 wurde er renoviert und für eine Kärntner Landesausstellung adaptiert. Heute ist in ihm das Rathaus der Stadt Friesach untergebracht.

Zu dem bemerkenswerten Gebäudekomplex gehört der eigentlichen Fürstenhof sowie ein riesiger Schüttkasten. Ersterer ist ein viergeschossiger Bau, der aus zwei Flügeln besteht, die im annähernd rechten Winkel aneinander stoßen. Haupttrakt ist der mittelalterliche langgezogene Nordflügel, in dem neben einem Turm und einem Wohnbau auch die dem hl. Virgil geweihte Kapelle aus dem ersten Viertel des 14. Jahrhunderts integriert ist. Sie wurde 1826 profaniert und verbaut. Der Turm wurde teilweise abgetragen. Er ist in der Nordwestecke verbaut, wodurch sein ehemaliger Zinnengiebel verschwunden ist. An seine einstige Wehrhaftigkeit erinnert nur mehr ein teilweise abgeschlagener Buckelquader in der Höhe des zweiten Obergeschosses. Im 16. Jahrhundert wurde an den westlichen Teil der Hofseite des Nordtraktes ein dreigeschossiger vierachsiger Arkadengang angebaut. Die Kellerräume dieses Traktes wurden um 1560 eingewölbt. Die monumentale Hauptfassade des Westtraktes ist nach einem Umbau im Stil des Frühbarocks gehalten. An den Mauern der Durchfahrt sind zwei römische Inschrifttafeln angebracht. Bemerkenswert ist die zweigeschossige einjochige Loggia aus dem 16. Jahrhundert an der Südostecke der Hoffront. Die Glas/Stahl-Konstruktionen, die den großen Innenhof „schmücken“, stammen von den Umbauten für die Kärntner Landesausstellung von 2001. Ein baldiger Abbau wäre durchaus vorteilhaft. Der große Getreidekasten, der den Hof an der Rückseite begrenzt, wurde im ersten Viertel des 14. Jahrhunderts erbaut und 1582 durch einen Brand teilweise zerstört. Nach seinem Wiederaufbau diente er bis zur Säkularisierung Salzburgs zur Lagerung des abgelieferten Getreides der Salzburger Untertanen in Kärnten. Der viergeschossige Bau liegt unmittelbar an der Stadtmauer, die im Erdgeschoß seine Außenmauer bildet. In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts wurden an seiner Hofseite neunachsige zweigeschossige Pfeilerarkaden vorgebaut, deren Erdgeschoß als Pferdestallung diente.

Ort/Adresse: 9360 Friesach, Kärnten, Fürstenhofplatz 3

Besichtigung: größtenteils nur von außen möglich


Weitere Literatur:


25.03.2015