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Neuhaus (Innviertel)


Das Datum der Errichtung der Burg Neuhaus ist nicht bekannt. Sie gehörte ursprünglich der Familie Geginperger (Geinberger). Ihre Mitglieder waren Ministeriale des Bistums Passau. 1130 scheint Pernhart von Geginperg auf. 1262 wird mit Chunrat II von Geginperg der Letzte seiner Familie urkundlich erwähnt. 1278 wird die Burg erstmals als „nova domus“ bezeichnet. Zumindest seit 1280 gehörte Neuhaus der Familie Ahamer, da dies damals in einer Urkunde des Stiftes Ranshofen indirekt erwähnt wird. Auch sie gehörte anfangs zu den Ministerialengeschlechter Passaus. So betätigte sich Veit von Aham 1405 als Pfleger der Veste Obernberg, die den Bischöfen Passaus gehörte. Um die Mitte des 15. Jahrhunderts traten die Ahamer jedoch in die Dienste der bayrischen Herzöge. 1566 gelangte die Burg an die Wildenauer Linie der Familie Aham. Um diese Zeit muss auch der Umbau von der Burg zum Schloss erfolgt sein. 1652 wurden die Ahamer in den Reichsfreiherrenstand erhoben. Gegen Ende des 17. Jahrhunderts erhielten sie die Grafenwürde. Beim oberösterreichischen Bauernaufstand von 1705 wurde das Schloss von den Aufständischen erobert, erlitte jedoch keine großen Schäden. Neuhaus blieb mit kurzen Unterbrechungen 600 Jahre lang bei den Ahamern. Erst als diese 1881 mit dem Kammerherrn des bayrischen Königs, Josef Matthias Graf Aham, ausstarben, gelangte es in fremde Hände. Gegen Ende des 19. sowie im 20. Jahrhundert wechselten dafür die die Besitzer umso häufiger. Erst als das Schloss 1934 vom Land Oberösterreich übernommen wurde, kam es wieder zu stabilen Besitzverhältnissen. Es dient jedoch bereits seit 1919 als Kinderheim.

Schloss Neuhaus liegt am Kamm eines Hügels, der nach Norden hin steil abfällt. Es ist aus einer relativ ausgedehnten Burganlage entstanden. Von dieser ist aber nur mehr der Hauptbau erhalten. Er stammt aus dem 16. Jahrhundert. Auf Grund der Kammlage ist der Grundriss der Burg lang und schmal. Das heutige Schloss besteht aus zwei Gebäudeteilen. Beim vorderen Bau handelt es sich um den ehemaligen Palas der Burg. Er ist mit einem hohen Walmdach gedeckt. Das hintere Gebäude springt im rechten Winkel vor. Es ist mit einem, aus der Mauerfront vortretenden, halbrunden Turm ausgestattet. Dieser Bau trennt das Schlossareal in zwei hintereinander liegende geräumige Höfe. Von der großen befestigten Vorburg, die von einem Turm beschützt wurde, haben sich keine Spuren erhalten. Auch von der Ringmauer, die der ehemaligen Burg nach Westen hin Schutz bot, sind nur mehr geringe Reste zu erkennen. Im Inneren des Schlosses weist mit Ausnahme der dicken Mauern nichts mehr auf einen ehemaligen adeligen Wohnsitz hin. Die Einrichtung ist modern und zweckmäßig.

Lage: Oberösterreich/Innviertel – ca. 9 km südlich von Obernberg/Inn

Besichtigung: nur von außen möglich

Homepage: www.schlossneuhaus.at


Weitere Literatur:


01.11.2011