ARCHIV


Gefährdete Objekte

Schlosshotels

Personenverzeichnis






Pass Strub


Der Pass Strub bildete jahrhundertelang die Grenze zwischen Tirol bzw. dem späteren Kaiserreich Österreich und dem Fürsterzbistum Salzburg. Er wurde daher bereits 1282 unter Heinrich VII befestigt. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts wird die Grenzfestung bereits als „altes eingefallenes Schlössl“ bezeichnet und „Thurn in der Strub“ genannt. Erzbischof Paris Lodron, der im Dreißigjährigen Krieg einen Angriff der Schweden auf sein Erzbistum befürchtete, ließ die Verteidigungseinrichtungen 1621 erneuern. Zwei große Durchfahrtstore begrenzten einen rechteckigen Hof. In Friedenszeiten war im Torgebäude der Mauteinheber für Salz und Wein untergebracht. In einem anderen Teil des Gebäudes hauste die Wachmannschaft. Die Engstelle des Tales wurde durch Palisaden gesperrt. Diese hatten kaum militärischen Wert, doch sollten sie vor allem den Schmuggel von Vieh, Tabak, Alkohol und Salz unterbinden. Glücklicherweise wurde Salzburg vom Kriegsgeschehen nicht betroffen. 1673 musste die Anlage bereits gründlich restauriert werden. Zu einer echten Bewährungsprobe kam es erst 1905 als österreichische Truppen unter Feldmarschall-Leutnant Franz Graf St. Julien sowie Tiroler und Salzburger Landsturmmänner den Pass besetzt hielten und die zahlenmäßig weit überlegenen vorrückenden Franzosen und Bayern zurückschlagen konnten. Während die Salzburger Befestigung den Feinden in die Hände fiel, wurde das Tiroler Fort von den Tiroler Schützen gehalten, so dass den napoleonischen Truppen hier ein Vordringen auf Tiroler Gebiet verwehrt blieb. 1809 ging es weniger gut. Nach fünf Angriffen unter den Marschällen Karl Philipp Fürst von Wrede und Francois Joseph Lefebre, die den Tiroler Aufstand unter Andreas Hofer niederschlagen sollten, fiel die Feste durch Verrat und wurde anschließend gesprengt. Die Besatzung wurde niedergemetzelt. Allerdings mussten auch die bayrischen Hilfstruppen schwere Verluste in Kauf nehmen. Durch den Anschluss Salzburgs an Österreich wurde ein geplanter Neubau der Befestigungen hinfällig. Lediglich die ebenfalls gesprengte Kapelle wurde 1830 neu errichtet. 1872 verwendete man einen Großteil des noch brauchbaren Steinmaterials zum Bau eines Bierlokals in Lofer. 1984 ließ die Gemeinde Lofer die alten Ruinenreste freilegen und restaurieren. Heute sind nur mehr Teile der Salzburger Passsperren erhalten. Jene der Tiroler wurden völlig zerstört. Außer dem Wachthaus sind noch Reste der Sperrmauern sowie eine Kapelle zu sehen. Das große Steinwappen des Fürsterzbischofs Paris Lodron befand sich ursprünglich am Torbau. Es ist mit 1646 bezeichnet.

Lage: Salzburg/Pinzgau – ca. 2 km westlich von Lofer

Besichtigung: jederzeit möglich


Weitere Literatur:


30.11.2009