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Palais Hardegg


Auf dem Grundstück an der Ecke Freyung und Strauchgasse stand ursprünglich der Admonter Hof, der bereits 1298 urkundlich erwähnt wird. 1572 verkaufte Abt Lorenz den Hof an Seifried Brenner, Freiherrn zu Stübing. Im 17. Jh. kam die Liegenschaft in den Besitz der Familie Weissenwolf und schließlich an die Familie Palffy. Die hier befindlichen zwei kleinen Gebäude gehörten von 1694 bis 1797 der Familie Kaunitz. 1806 kamen sie an die Grafen Metternich, die sie 1825 an Rudolf Fürst Colloredo-Mansfeld verkauften. Dieser ließ sie zum Palais Colloredo zusammenfassen. Als 1844 Franz Munsch an seiner Stelle ein Hotel errichten wollte, ließ er das von ihm kurz zuvor erworbene Palais abreißen, doch verkaufte er die Baustelle bereits drei Jahre später an den Reichsgrafen Maximilian Hardegg. Er beauftragte noch 1847 das Architektenteam Johann Romano und August Schwendenwein mit dem Bau eines neuen Wohnhauses. Das Palais Hardegg ist ein typisches Beispiel für den Übergang vom Palais zum noblen Miethaus im romantischen Historismus. Die Familie Hardegg beschränkte sich auf die Beletage, die mit einem eigenen Treppenaufgang versehen wurde. Der Rest des Gebäudes wurde vermietet. Um die Mitte des 19. Jh. befand sich auch hier die Gesandtschaft des Großherzogtums Mecklenburg-Schwerin-Strelitz. 1888 kam das Palais an die Familie Kuffner und 1897 an die Österreichisch-Ungarische Bank, der ihre Büroräumen im benachbarten Palais Ferstel zu klein geworden waren. Ihr Rechtsnachfolger, die Oesterreichische Nationalbank, übersiedelte 1924 in den Neubau am Otto Wagner Platz und verkaufte das Palais der Anglo-Österreichische Bank, die es bis zu ihrer Liquidierung besaß. Über die Creditanstalt kam das Gebäude in den Besitz der Immobilienfirma ÖRAG, die es umfassend restaurieren ließ. Unter den derzeitigen Mietern befindet sich auch das Unterrichtsministerium.

Das Palais Hardegg ist ein fünfgeschossiges Eckhaus, das an beiden Seiten vom Palais Ferstel - das eigentlich ein Bankgebäude und kein Palais ist - umschlossen ist. Der grün verputzte, kubische Baublock ist ruhig gegliedert. Kräftige Gesimse betonen die Horizontale. Die Mittelachse wird nur durch ein Doppelfenster mit darüber befindlicher Wappenkartusche hervorgehoben. Flache Steinbalkone mit orientalisierenden Mustern an den Balustraden sind unter den Eckfenstern der ersten beiden Obergeschoße sowie über dem Portal angebracht.

Ort/Adresse: 1010 Wien, Freyung 1

Besichtigung: nur von außen möglich


Weitere Literatur:


02.09.2002